Fall Jonny K.: Onur U. am Flughafen Tegel festgenommen

Fall Jonny K.: Onur U. am Flughafen Tegel festgenommen

Der seit Herbst 2012 im Fall Jonny K. flüchtige tatverdächtige Onur U. hat sich am Montagnachmittag den deutschen Behörden gestellt und wurde am Flughafen Tegel festgenommen.

Onur U. gilt als Hauptverdächtiger im Fall des in der Nacht zum 14. Oktober 2012 am Alexanderplatz brutal zu Tode geprügelten 20-jährigen Jonny K. Er hatte sich in die Türkei abgesetzt, um einer Strafverfolgung zu entkommen.

Nach Angaben der Senatsverwaltung für Justiz hatten der Beschuldigte Onur U., der sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsangehörigkeit besitzt, seine Rückkehr zuvor über seinen Verteidiger angekündigt.

Erst Anfang April diesen Jahres hatte das von der Berliner Justiz seit Herbst 2012 gestellte Festnahme- und Auslieferungsersuchen im Fall Jonny K. wegen des letzten flüchtigen Tatverdächtigen Onur U. zu Ermittlungen der türkischen Justiz geführt.

Berlins Innensenator Frank Henkel erklärt zur heutigen Festnahme von Onur U.: „Schon früh hatten die Fahnder die sechs mutmaßlichen Tatbeteiligten ermittelt, doch erst mit dem heutigen Tage können alle auch zur Rechenschaft gezogen werden. Der hohe Druck hat sich in allen Fällen ausgezahlt. Die Geduld hat gesiegt – und die Beharrlichkeit von Polizei und Justiz. Beide haben den Glauben an diesen Erfolg niemals aufgegeben. Ich möchte ihnen für ihre herausragende Arbeit danken.“

Dem schloss sich Berlins Justizsenator Thomas Heilmann an. Er erklärte am Nachmittag: „Unser Aufwand hat sich gelohnt! Ich freue mich, dass sich nun auch der sechste Verdächtige für diese abscheuliche Tat vor einem deutschen Gericht verantworten muss. Dies ist auch ein wichtiges Signal an die Opfer von Straftaten: Wir lassen nicht locker bis wir die Verantwortlichen gefunden haben. Ich hoffe jetzt, dass das Gericht das Verfahren gegen Onur U. mit dem bereits anhängigen Verfahren gegen die übrigen Tatverdächtigen verbinden kann, so dass demnächst allen Tatverdächtigen gemeinsam der Prozess gemacht werden kann.“