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- Steckbriefe (Stand: Juli 2026)
- Alternative für Deutschland (AfD)
- bergpartei, die überpartei (B*)
- Bündnis 90/Die Grünen
- Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit (BSW)
- Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
- Deutsche Kommunistische Partei (DKP)
- Die Heimat (Heimat)
- Die Linke
- Die Urbane. Eine HipHop Partei
- Freie Demokratische Partei (FDP)
- Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)
- Partei des Fortschritts (PdF)
- Die Partei
- Partei Mensch Klima Tierschutz (Tierschutzpartei)
- Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
- Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale (SGP)
- Volt Deutschland
Der Wahlzettel für das Berliner Abgeordnetenhaus 2026 fällt deutlich kürzer aus als 2021 oder bei der Wiederholungswahl 2023: Auf der Liste stehen 17 Parteien, die um die wichtigen **Zweitstimmen** konkurrieren – sie entscheiden maßgeblich über die Sitzverteilung im Parlament. Dieser Überblick stellt alle zugelassenen Gruppierungen und ihre politischen Schwerpunkte vor.
Steckbriefe (Stand: Juli 2026)
Stand: Juli 2026
Alternative für Deutschland (AfD)
Die AfD tritt in Berlin mit Kristin Brinker als Spitzenkandidatin an. Die Partei setzt ihren Schwerpunkt auf die Themen Sicherheit und Migration und formuliert teilweise nationalistische Forderungen. Dazu gehören Vorschläge wie eine bevorzugte Vergabe von Wohnungen an Deutsche nach einem Punktesystem, mehr Bezirkskompetenzen für die Polizei und die Ausweitung der Aufgaben des Landesamts für Einwanderung – inklusive einer Zuständigkeit für sogenannte Remigration, ein Begriff, der politisch umstritten ist. In Berlin gilt die AfD als politisch isoliert: größere Parteien schließen Koalitionen mit ihr aus.

bergpartei, die überpartei (B*)
Die seit mehr als zwei Jahrzehnten bestehende Bergpartei, inzwischen unter dem Kürzel B* bekannt, kombiniert politische Forderungen mit künstlerischer Provokation. Gegründet wurde sie im Umfeld der Hausbesetzerszene; später folgte die Fusion mit der Überpartei. Die Gruppierung beschreibt sich selbst als ökoanarchistisch und realdadaistisch und fordert unter anderem eine Abkehr vom Kapitalismus, ein solidarisches Grundeinkommen und das Ende aller Kriege. Bei der Wahl tritt B* erneut nur in Friedrichshain-Kreuzberg an; auf der Liste steht die DJane Pilocka Krach.

Bündnis 90/Die Grünen
Die Grünen gehen mit Werner Graf ins Rennen. Nach dem besten Ergebnis bei einer Abgeordnetenhauswahl 2023 blieben sie dennoch hinter der SPD zurück. Für 2026 haben sie ihre Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik stärker in den Mittelpunkt gerückt; zugleich bleibt Klimaschutz für die Partei zentral. Die Grünen bekennen sich zu einer umfassenden Dekarbonisierungsstrategie und streben die Klimaziele bis 2040 an. In der Verkehrsdebatte positionieren sie sich klar gegen die CDU.
Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit (BSW)
Alexander King sitzt bereits als fraktionsloser Abgeordneter im Abgeordnetenhaus, nachdem er 2023 vom Lager um Sahra Wagenknecht zur neuen Partei übertrat. Als Spitzenkandidat will King nun erstmals per Wahl ins Parlament. Das BSW verbindet marktwirtschaftlich orientierte Vorschläge mit linken Sozial- und Wohnungspolitiken: Es spricht sich etwa für die Vergesellschaftung großer Wohnkonzerne aus, fordert Bürokratieabbau für Unternehmen und plädiert für günstige Energiebezüge aus Russland. Außerdem verlangt die Partei eine parlamentarische Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen des Senats.
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
Vor der Wahl änderte die CDU überraschend ihre Spitzenkandidatur: Kai Wegner trat zurück, Finanzsenator Stefan Evers übernahm die Führung. Inhaltlich setzt die Partei aufs Thema Ordnung und Sicherheit: mehr Personal und Kompetenzen für die Polizei, Stärkung von Schulen und eine deutlichere Priorisierung des motorisierten Verkehrs. Strategisch will die CDU verhindern, dass die Linke Berlins nächste Regierung anführt.
Deutsche Kommunistische Partei (DKP)
Die DKP bleibt eine konsequent antikapitalistische Kraft, die in ihrem Programm Anti-Militarismus und einen radikalen Systemwechsel betont. In ihren Forderungen befinden sich ein umfassender Mietendeckel, die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne, ein kostenloser ÖPNV und umfangreiche Investitionen in Bildung. Das Bundesamt für Verfassungsschutz ordnet die Partei dem linksextremistischen Spektrum zu; die DKP agiert zudem regelmäßig in Friedens- und Nahostprotesten.
Die Heimat (Heimat)
Die Kleinstpartei Die Heimat wird vom Berliner Verfassungsschutz als rechtsextrem eingeschätzt und gilt als Nachfolgeorganisation der NPD. Das Bundesverfassungsgericht stellte 2024 fest, dass die Partei die freiheitlich-demokratische Grundordnung ablehnt; deshalb ist sie bis 2030 von staatlicher Parteienfinanzierung ausgeschlossen. Für die Berliner Wahl hat Die Heimat bislang kein eigenes Programm oder Kandidaten veröffentlicht. 2023 erhielt die Partei in der Stadt knapp 1.600 Zweitstimmen.
Die Linke
Die Linke kommt nach dem starken Abschneiden bei der Bundestagswahl 2025 mit dem Anspruch in die Landtagswahl, erstmals die stärkste Kraft Berlins zu werden. Spitzenkandidatin Elif Eralp stellt das Thema Wohnen in den Mittelpunkt des Programms und unterstützt Forderungen, die bis zur Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne reichen. Interne Auseinandersetzungen über den Umgang mit dem Nahostkonflikt und Vorwürfe von Antisemitismus im Jahr 2024 haben die Partei erschüttert; nach Angaben der Partei sind diese Konflikte inzwischen weitgehend aufgearbeitet. Gleichzeitig verzeichnet die Linke weiter Zulauf und eine wachsende Mitgliederzahl.
Die Urbane. Eine HipHop Partei
Aus der Berliner Hip-Hop-Szene hervorgegangen, setzt Die Urbane seit 2017 auf Menschenrechte und Anti-Rassismus. Ihre Politik richtet sich vor allem an gesellschaftlich marginalisierte Gruppen. Obwohl die Partei ein Landesprogramm besitzt, tritt sie in Berlin diesmal nicht landesweit an; sie zählt nach eigenen Angaben nur eine sehr kleine Zahl aktiver Mitglieder vor Ort.
Freie Demokratische Partei (FDP)
Nach dem Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde 2023 strebt die FDP mit Christoph Meyer die Rückkehr ins Abgeordnetenhaus an. Im Programm betont die Partei vor allem Bildungspolitik: mehr Sprachförderung in Kitas, Entbürokratisierung in Schulen und Erleichterungen für Berliner Unternehmen durch weniger Regulierungen. Politisch lehnt die FDP Vergesellschaftungen und neue Abgaben ab.
Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)
Die ÖDP, gegründet in den frühen 1980er-Jahren, will gesellschaftliche Spaltungen überwinden und bewirbt soziale Werte wie Respekt und Zusammenhalt. Ökologischer Schwerpunkt bleibt bestehen: die Partei fordert einen schnellen Ausbau erneuerbarer Energien, den Kohleausstieg und eine umfassende Wärmewende im Gebäudesektor. Spitzenkandidat in Berlin ist Vermessungstechniker Thomas Kuhn.
Partei des Fortschritts (PdF)
Die 2020 in Köln gegründete PdF definiert sich als über der klassischen Links-Rechts-Einteilung stehend und orientiert ihr Programm am Grundgesetz. Sie plädiert für stärkere direkte Demokratie, umfassende Digitalisierung und eine weiter integrierte EU. Für Berlin soll vor der Wahl ein landspezifisches Programm vorgestellt werden; es ist das erste Mal, dass die PdF auf dem Berliner Wahlzettel erscheint.
Die Partei
Die satirische Partei, die seit Jahren Teil der politischen Szene ist, tritt erneut mit bewusst überzeichneten Forderungen an. Ihr kurzes Wahlprogramm enthält symbolische Vorschläge, die eher Polemik als realpolitische Konzepte sind. Bei der Wiederholungswahl 2023 verzeichnete Die Partei einen Stimmenrückgang.
Partei Mensch Klima Tierschutz (Tierschutzpartei)
Die Tierschutzpartei ist in Statistiken oft Teil der „Sonstigen“, gehört jedoch zu den größeren Kleinstparteien und hat in mehreren Bezirksverordnetenversammlungen Mandate errungen. In Berlin erweitert sie ihr Themenspektrum: Neben Tier- und Klimaschutz spielt bei ihrem Wahlprogramm inzwischen auch Wohnen, Verkehr, Bildung und Sozialpolitik eine wichtige Rolle.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
Die SPD, seit 1990 durchgängig an Berliner Senaten beteiligt, kämpft seit Jahren mit Mitgliederschwund und Stimmenverlusten. Spitzenkandidat Steffen Krach soll die Partei wiederbeleben. Die Kampagne steht unter dem Motto „Wieder Berlin“ und setzt auf ambitionierte Projekte, um Vertrauen und Zuversicht in der Stadt zurückzugewinnen. Umfragen sehen die SPD derzeit hinter früheren Ergebnissen.
Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale (SGP)
Die SGP vertritt eine trotzkistische, marxistische Politik und legt ihren Schwerpunkt auf Anti-Militarismus. Sie kritisiert eine angebliche Aufrüstungspolitik und fordert eine radikale Systemveränderung. Der Verfassungsschutz stuft die Partei als linksextremistisch ein.
Volt Deutschland
Volt, als paneuropäische Bewegung nach dem Brexit entstanden, versucht, städtische Lösungen aus europäischen Städten nach Berlin zu transferieren. Zu den Kernforderungen gehören umfassende Digitalisierungsprojekte in der Verwaltung, der Bau zahlreicher Wohnungen, ein verbindliches Vorschuljahr und wohnortnahe Gesundheitszentren. Bei Wahlen schwankten Volt-Stimmen in den vergangenen Jahren; die Partei nutzt zudem auffällige Kampagnenmotive im Wahlkampf.











