Ceferin äußert sich deutlich zu einer möglichen Gegenkandidatur gegen Infantino

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Aleksander Čeferin hat eine Kandidatur gegen den angezählten FIFA-Präsidenten Gianni Infantino ausgeschlossen: Für die Wahl im März 2027 ziehe er sich zurück, sagte der UEFA-Chef in einem britischen Podcast. Die Aussage fällt in eine Phase großer Spannungen rund um Infantinos Führung und seine umstrittenen Pläne für WM-Geschäfte.

Aleksander Čeferin begründete seine Entscheidung damit, dass er die Arbeit in der UEFA bevorzuge und seine Unabhängigkeit dadurch gewahrt bleibe. „Ich bin nicht interessiert“, sagte der 58-jährige Slowene, der seit rund zehn Jahren an der Spitze des Verbandes steht; seine Amtszeit bei der UEFA endet ebenfalls im kommenden Jahr.

Warum Čeferin nicht antreten will

<pČeferin betonte, dass seine Glaubwürdigkeit höher sei, wenn er kein Auge auf den FIFA-Titel habe. Das wirke glaubwürdiger, sagte er im Gespräch, und er wolle die Arbeit in Europa nicht aufgeben.

Leere Sitzungssessel und Mikrofone in einem Verbandsraum
Viele Verbände äußern Kritik, die Führung bleibt jedoch intern umstritten.

Seine Stellungnahme kommt, während immer mehr nationale Verbände und die UEFA selbst Infantinos Kurs öffentlich kritisieren. Čeferin zählt zu den schärfsten Kritikern des aktuellen FIFA-Präsidenten, bleibt aber persönlich nicht als Herausforderer im Rennen.

Infantino unter Druck — die Hintergründe

Gianni Infantino steht wegen intern bekannter, inzwischen aber zurückgenommener Pläne unter Druck, Investorengelder stärker in künftige Weltmeisterschaften einzubinden. Diese Vorschläge hatten in der Fußballwelt für starke Empörung gesorgt und eine breite Debatte über Governance und Kommerzialisierung ausgelöst.

Blick auf ein Stadion und ein Geschäftsmeeting, symbolisch für Investoreneinbindung
Diskussionen über Investorengelder und Kommerzialisierung der WM sorgen für Spannungen.

Die UEFA hat wiederholt Maßnahmen angedroht, darunter einen möglichen Boykott von FIFA-Wettbewerben — auch der Weltmeisterschaften. Selbst nach der Rücknahme der Pläne hält die europäische Verbandsspitze an ihrer ablehnenden Haltung fest.

Čeferin sagte, er hoffe, Infantino erkenne, „dass er nicht die nötige Unterstützung für seine Wiederwahl hat“ und trete gegebenenfalls selbst zurück. Sollte Infantino dennoch kandidieren, sei mit einem Gegenkandidaten zu rechnen; wer das sein könnte, sei derzeit aber offen.

Zeitplan und Aussichten

Die FIFA hat den 18. November als Frist für die Nominierung von Herausforderern festgelegt. Infantino steht seit 2016 an der Spitze des Weltverbandes; vor den jüngsten Kontroversen galt seine Wiederwahl in Marokko als wahrscheinlich.

Gleichzeitig ist zu beachten, dass der Schweizer weiterhin weltweit Unterstützer hat. Wie sich die Fronten bis zum Kongress im März 2027 verschieben, bleibt damit eine zentrale Frage für den Weltfußball. dpa

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