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Vor dem Anpfiff der Bundesliga-Saison 2026/27 werfen wir einen Blick auf drei Clubs, die unterschiedliches vorhaben: der Hamburger SV, der 1. FSV Mainz 05 und der SC Freiburg. Im dritten Teil unserer Serie ordnen wir Kader, Trainerlage und Perspektiven ein – und geben eine realistische Platzierungsvorhersage.
Hamburger SV
Nach dem direkten Wiederaufstieg steht der HSV vor der eigentlichen Bewährungsprobe: nicht nur klassenerhalt sichern, sondern sich dauerhaft in der Bundesliga etablieren. Die Vereinsführung setzte diesen Sommer auf tiefgreifende Veränderungen im Kader und höhere Ambitionen.

Trainer
Merlin Polzin hat sich vom Übergangstrainer zum prägenden Coach entwickelt. Der 35‑Jährige führte die Mannschaft zum Aufstieg und durch die erste Saison im Oberhaus. Nun ist der Überraschungseffekt passé. Erwartet wird, dass Polzin das Team spielerisch weiterentwickelt und nicht nur auf Stabilität setzt.
Ein entscheidender Vorteil: Polzin genießt Rückendeckung und relative Ruhe, die viele seiner Vorgänger nicht hatten. Das verschafft ihm Zeit für taktische Anpassungen und längerfristige Arbeit an Spielstil und Struktur.
Kader
Der Sommer brachte personelle Umbrüche. Angreifer Robert Glatzel wechselte zum VfL Wolfsburg, Ransford Königsdörffer zog nach Mainz. Leihen wie die von Damion Downs und Philip Otele endeten ebenfalls, sodass einiges an Torgefahr verlorenging.
Demgegenüber steht ein klares Transfer-Statement: Mit Patson Daka (27), ablösefrei von Leicester City, holte der HSV einen Spieler mit Tempo und individueller Klasse. Weitere Zugänge sind Martin Adeline (Troyes), Kofi Amoako (Dresden) und Bilal Nadir (ablösefrei von Olympique Marseille).
Ein Problem bleibt die Abwesenheit von Luka Vuskovic nach dem Ende seiner Leihe; die Innenverteidigung muss sich neu finden. Die Vorgabe ist daher klar: Die vielen Neuzugänge sollen zügig zu einer funktionierenden Einheit verschmelzen. Positiv stimmt ein 2:1‑Erfolg in der Generalprobe gegen Toulouse.
Perspektive
Der HSV verfügt über individuelle Qualität und strukturelle Stabilität, ist aber noch kein Europakandidat. Realistisch erscheint eine Saison, in der der Blick öfter nach oben als nach unten gerichtet ist. Polzin muss zeigen, dass aus Stabilisierung echte Entwicklung werden kann.
Prognose: Platz 10
1. FSV Mainz 05
Mainz strebt die ersehnte Saison ohne Abstiegssorgen an. Nach dem Muster schwache Hinrunde, starke Rückrunde sollen diesmal Konstanz und Ruhe herrschen.

Trainer
Im Winter 2025 übernahm Urs Fischer das Amt von Bo Henriksen und stabilisierte das Team. Fischer brachte jene defensive Kompaktheit und das Umschaltspiel, die ihn zuvor mit Union Berlin erfolgreich gemacht hatten. Unter ihm folgte die gewohnte Mainzer Formkurve: in der Rückrunde deutlich stärker auftreten und die Klasse sichern.
Kader
Die Mannschaft, die in der Rückrundentabelle 2025/26 auf Platz 5 landete, blieb weitgehend zusammen. Das ist ein bewusstes Signal. Wichtige Spieler wie Paul Nebel, Nadiem Amiri und Kaishu Sano blieben – wobei Nebel noch wochenlang verletzt ausfällt, Amiri einen Abschied ausgeschlossen hat und bei Sano eine interne Frist bis zum 27. August besteht.
Mainz ergänzte gezielt: Ausleihen wie Stefan Posch und Sheraldo Becker wurden fix verpflichtet, zudem verstärkte man die Innenverteidigung mit Fabio Gruber. Für die Offensive passt Ransford Königsdörffer gut zu Fischers schnellen Umschaltphasen.
Perspektive
Die große Stärke der Mainzer ist die Vertrautheit im Kader und die klare strukturelle Ausrichtung. Solange die Schlüsselspieler einigermaßen fit bleiben, drohen keine Abstiegsnöte. Für Europa fehlt womöglich die letzte Breite und Durchschlagskraft.
Prognose: Platz 9
SC Freiburg
Der SC Freiburg setzt die Erfolgsgeschichte nach dem Abschied von Christian Streich unter Julian Schuster fort. Die Breisgauer bleiben eine feste Größe in der oberen Tabellenhälfte.
Trainer
Julian Schuster hat an Kontinuität angeknüpft und das Team weiterentwickelt. Die letzten Jahre sprechen für sich: Platz fünf und Platz sieben in der Liga, Achtel‑ und Halbfinal‑Resultate im DFB‑Pokal sowie der überraschende Lauf bis ins Finale der Europa League 2025/26. Schuster verbindet taktische Klarheit mit einer ruhigen, ambitionierten Führung.
Kader
Freiburg verkaufte Johan Manzambi für 60 Millionen Euro an Aston Villa – vereinsinterner Rekorderlös. Abgesehen davon blieb das Gerüst erhalten. Neu kommen Stürmer Keisuke Goto sowie die Defensive und das Mittelfeld mit Rihito Yamamoto und Yannik Engelhardt hinzu. Als neue Nummer eins wurde Mio Backhaus von Werder Bremen verpflichtet.
Noah Atubolu ist weiterhin Teil des Kaders, allerdings gibt es Berichte über eine mögliche Exit‑Option, die Eintracht Frankfurt anbietet. Das Thema belastet die Breite des Torhütermarkts, stellt die sportliche Leitung aber nicht vor ein existenzielles Problem.
Perspektive
Die Mannschaft bleibt homogen und punktuell verstärkt. In Kombination mit Schusters Arbeit spricht vieles dafür, dass Freiburg erneut um die europäischen Plätze mitspielt.
Prognose: Platz 6











