“Xerxes” in der Komischen Oper Berlin

“Xerxes” in der Komischen Oper Berlin

Stefan Herheim, der mit der Inszenierung von Händels “Xerxes” sein Debüt an der Komischen Oper Berlin gibt, ist gegenwärtig einer der spannendsten Musiktheater-Regisseure. Und er macht das Spiel um die Liebesintrigen des persischen Königs zu einem außergewöhnlichen Theatererlebnis.

Von einer anrüchigen Boulevard-Komödie war die Rede. Selbst den Vorwurf der Geistesgestörtheit musste Händel sich für die Komposition seines Xerxes gefallen lassen. Und der Grund dafür war nicht etwa, dass die Titelfigur mit ihrer als »Largo« weltberühmten Auftrittsarie einer Platane ein Liebeslied singt, sondern die Mischung von komischen und tragischen Handlungselementen, die auf ein generelles Unverständnis stieß. Heute begeistert die Geschichte um den Perserkönig nicht zuletzt wegen der den theatralen Fluss verstärkenden kurze Arienformen, die weitestgehend auf die charakteristische Da-capo-Form verzichten.

Zur Handlung

Der persische König Xerxes hat sich von Amastre getrennt und ist nun auf der Suche nach einer neuen Liebe. Sein Bruder Arsamene ist glücklich mit Romilda liiert, wird allerdings auch von deren Schwester Atalanta begehrt. Als Xerxes sich in die Stimme Romildas verliebt und ausgerechnet seinen Bruder bittet, für ihn als Brautwerber zu fungieren, weigert sich dieser, warnt Romilda und wird von Xerxes verbannt. Atalanta sieht in dieser Situation die Chance, Arsamene für sich zu gewinnen, und drängt Romilda dazu, sich auf das Werben des Königs einzulassen. Unterdessen ist Amastre als Soldat verkleidet an den Hof gekommen und versucht, Xerxes wiederzugewinnen. Von Elviro erfährt Amastre um die Liebes- und Begehrenskonstellationen am Hof. Ein Brief wird abgefangen und an den Falschen weitergeleitet, ein Selbstmord verhindert, der Übergang von Asien nach Europa vorbereitet, eine Doppelhochzeit vorgeschlagen, und der König sinniert über die Wirrungen der Liebe. Die Schiffsbrücke wird von einem Sturm zerstört, Verwechslungen finden statt, Verkleidungen werden gewahrt, Todesurteile gesprochen, Verprechungen gemacht, Anklagen erhoben, Furien angerufen – und am Ende bereut der König sein Vorgehen und alle fallen sich glücklich in die Arme. Atalanta allerdings geht leer aus.

Serviceinfo

Termin: 17./27. Mai um 19 Uhr; 19. Mai um 18 Uhr;
15./21./27. Juni und 5. Juli 2012 um 19:30 Uhr
Ort: Komische Oper, Behrenstraße 55–57, 10117 Berlin
Preis: So–Do 11–66€, Fr/Sa 12–79€
Karten: 030/47 99 74 00

Foto: Szenenbild (c) Forster