Hochwasserlage: Wasserstand erhöht sich – Mühlberg evakuiert, Prignitz erwartet Höchststand
Potsdam – Erneut hat sich die Hochwasserlage an der Elbe bei Mühlberg in der Nacht zu Donnerstag verschärft. Laut dem Koordinierungszentrum Krisenmanagement in Potsdam erhöhte sich der Wasserstand weiter. Am Donnerstagvormittag (09.00 Uhr) lag dieser mit 9,50 Metern und damit noch 48 Zentimeter unter dem Höchststand des Elbehochwassers von 2002.
Im Landkreises Elbe-Elster hat der Landrat für Mühlberg gestern Katastrophenalarm ausgelöst und die Stadt für den auswärtigen Verkehr vollständig gesperrt. Es wurde ein Seniorenheim evakuiert und die Bürger zum Verlassen der Stadt aufgefordert. Die ersten Bürger sollen dem Aufruf bereits am gestrigen Abend gefolgt sein. Die Hauptevakuierungsbewegung wird für den heutigen Tag erwartet.
Wie zu erfahren war, stehen in Mühlberg rund 500 Einsatzkräfte von Feuerwehren und Bundeswehr bereit, um die Stadt gegen das Hochwasser zu verteidigen. Insgesamt waren in allen vom Hochwasser betroffen Landesteilen am Morgen rund 1.500 Kräfte von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk (THW), Hilfsorganisationen und Bundeswehr sowie andere freiwillige Helfer im Einsatz. Auch der Landesbetrieb Straßenwesen unterstützt die Maßnahmen.
Landkreis Prignitz erwartet Höchststand der Elbe am Samstag
Auch für den Landkreis Prignitz gilt seit gestern Nachmittag Katastrophenalarm. Dort wird ein erster Höchststand der Elbe am kommenden Samstag mit 7,91 Metern erwartet. Die örtlichen Einsatzkräfte wurden am gestrigen Nachmittag durch 150 Soldaten verstärkt. Zusätzlich sollen bis zum Mittag Brandschutzeinheiten aus den Landkreisen Uckermark und Barnim mit rund 200 Feuerwehrleuten in der Prignitz eintreffen. Der Landesbetrieb Forst bereitet gegenwärtig 1.000 Faschinen für den Landkreis Prignitz vor, mit denen die dortigen Elbdeiche zusätzlich gesichert werden sollen.
Lage an Spree und Schwarzen Elster weiter angespannt
Angespannt bleibt auch die Lage an der Spree und der Schwarzen Elster. Die Wasserstände der Schwarzen Elster bei Bad Liebenwerda und Herzberg haben sich stabilisiert. Es gilt aber weiter die höchste Alarmstufe. Bei Bad Liebenwerda waren am Morgen Kräfte im Einsatz, um das Abrutschen eines Deichbereichs zu verhindern. Ebenfalls die höchste Hochwasseralarmstufe 4 gilt weiter für die Spree zwischen der Landesgrenze zu Sachsen und Spremberg. Da die Talsperre in Spremberg wegen der hohen Zuflüsse weiter geöffnet werden musste, steigt auch der Wasserstand in Cottbus. Am Morgen galt dort die unterste Alarmstufe 1.
Am Donnerstagnachmittag will sich Innenminister Dietmar Woidke erneut im Landkreis Elbe-Elster persönlich über die Lageentwicklung informieren.
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