Diese Ausstellung im Martin-Gropius-Bau in Berlin setzt sich mit dem Verhältnis von unterschiedlichsten internationalen Künstlern und ihren Arbeiten und ihrer Beziehung zur Wahrheit und Wirklichkeit der Medien auseinander.

Der Blick in die Kunstgeschichte der letzten 200 Jahre zeigt, wie intensiv Kunst und Presse miteinander verbunden sind. Ob Werke von Johann Peter Hasenclever, Lovis Corinth, Max Slevogt oder Lyonel Feininger, von Pablo Picasso oder Georges Braque, von Andy Warhol oder Joseph Beuys, Anselm Kiefer, Farhad Moshiri oder Rirkrit Tiravanija – die Beschäftigung der Künstler mit den Medien, insbesondere der Zeitung als Material und Gegenstand der Kunst, ist und bleibt ein großes Thema.

Warum nutzen Künstler die Zeitung

Warum nutzen Künstler die Zeitung, das Medium, das die Welt reflektiert, wo sie doch selbst diejenigen sind, die uns den Spiegel vor Augen halten? Sie setzten sich mit den Medien, ob in der Funktion als Instrument der Aufklärung oder der Manipulation, auf vielfältige Weise auseinander. Motivation und Bedeutung für die Nutzung sind dabei immer unterschiedlich. Kunst und Zeitung begegnen sich in ihrem Willen zur Nachfrage, Klärung und zum Infrage stellen, auch im Willen, die Realität darzustellen – sei sie objektiv oder subjektiv und mithin reine Behauptung. Und wenngleich das digitale Medienzeitalter radikale Veränderungen mit sich bringt: Ohne die Zeitung sind Demokratie, unser moderner Staat und unsere Informationsgesellschaft nicht denkbar, sie ist von Anfang an der wichtigste Informationsträger, den wir haben, und als solcher auch in der Kunst heute noch immer sehr präsent.

ARTandPRESS zeigt 56 künstlerische Positionen zu dem Thema. Viele Künstler haben eigens für die Ausstellung neue Arbeiten realisiert oder aus ihrem OEuvre ausgewählt. Neben den zeitgenössischen Exponaten ist auch ein historischer Überblick zu sehen – nicht im Original, sondern mittels iPad: Das Medium, das man als digitale Seite der Zeitung und zugleich als ihren großen Herausforderer beschreiben könnte, wird seinerseits zum Träger von Kunstinformationen, in bildlicher und interaktiver Form.

Serviceinfo

Termin: 23. März – 24. Juni 2012
Öffnungszeiten: Mi-Mo von 10-19 Uhr
Ort: Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstr. 7, 10963 Berlin
Eintritt: 9/ erm. 5 Euro, freier Eintritt bis 16 Jahre