Die Stimmung ist angespannt. Die Streikparteien haben nach 27 Streiktagen bei den Alpenland-Pflegeheimen in Hellersdorf-Marzahn noch keine Lösung erreicht. Ein derartig langer Streik geht nicht nur zu Lasten der Arbeitgeber. Zwischenzeitlich leert sich auch die Streikkasse und die Streikenden müssen finanzielle Einschnitte hinnehmen

Für die Streikenden ist es nun an der Zeit, ungewöhnliche Maßnahmen zu ergreifen, um auf ihre Lage verstärkt aufmerksam zu machen. So fand am Dienstag die Aktion „Aderlass für den Tarifvertrag“ statt. Etwa 30 Streikende und Unterstützer wurden im Blutspendezentrum der Haema angezapft. Die Aufwandsentschädigung in Höhe von 20 Euro pro Spende wurde komplett in die Streikkasse eingezahlt.

Auch die Gewerkschaft ver.di legt nochmal nach und weitet ihre Maßnahmen aus. Man will am Mittwoch zusammen mit den Streikenden direkt den Arbeitgeber in Sonthofen (Bayern) aufsuchen, um den Forderungen ein stärkeres Gehör zu verleihen. Etwa 40 Beschäftigte begaben sich mit der Bahn nach Sonthofen (Bayern), wo die Alpenland-Unternehmenszentrale sitzt. Man kalkuliert, dass der Arbeitgeber sich vor der eigenen Haustür mit den Forderungen der Streikenden auseinander setzen muss.

Bei der Auseinandersetzung geht es immer noch darum, dass die Alpenland Pflegeheime Berlin GmbH ihren ca. 350 Beschäftigten im Ostteil der Stadt den Tarifabschluss auf dem Niveau ihrer Westkollegen verweigert. Laut ver.di wurden vor eineinhalb Jahren zuvor unterbrochene Tarifverhandlungen wieder aufgenommen. Seitdem wurden die seit Sommer 2010 laufenden – bislang ergebnislosen – Verhandlungen von diversen Aktionen, einer Demonstration und einem 3-stündigen Warnstreik im Dezember 2010 begleitet.